KERAMIK ALS WIEGE DER WERKSTOFFE

Kleine Tongefäße belegen, daß vor knapp 13 000 Jahren mit der Keramik die Werkstoffentwicklung begann. Schon damals formten Menschen aus Ton Vorratsbehälter, die sie in der Sonne trockneten oder im Feuer brannten. Bis heute fasziniert Werkstofforscher dieses Material. Keramik übersteht starke Hitze, und selbst ätzende Chemikalien können ihr, aufgrund der starken Bindung zwischen den Atomen, nichts anhaben.

Aber die hohe Bindungsstärke im Keramikgefüge sorgt auch für den Schwachpunkt dieses Werkstoffes. Keramik ist extrem spröde, sie zerbricht leicht. Metalle geben dagegen nach, wenn man sie biegt oder auf ein Metallteil schlägt. Die Kristallschichten im Metall können nämlich wie Spielkarten aneinander vorbeigleiten. In dem starren Molekülgefüge einer Keramik entstehen dagegen sofort Risse, die sich aufweiten und zum raschen Materialversagen führen. Keramikspezialisten versuchen daher mit verschiedenen Methoden die Sprödigkeit moderner Hochleistungskeramiken zu verringern.

Die heutigen Keramiken bieten allerdings viele Vorteile. Verarbeitet werden sie als Pulver, das in Formen bei hohen Temperaturen und Drücken gesintert wird. Keramische Schneidwerkzeuge oder Spulen zur Fadenführung von Textilmaschinen haben Metall als Werkstoff längst verdrängt, da sie wesentlich haltbarer sind. Und wenn Wasserhähne heute weit seltener tropfen als früher, dann liegt das an keramischen Dichtungsscheiben.

Wiege                      cradle                     

Gefäße                     vessels/receptacles        

Faden                      thread                     

Dichtungsscheiben          sealing discs/washers      





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