Sichere Müllverwertung

Jeder Bundesbürger produziert im Jahr etwa das sechs- bis siebenfache seines Körpergewichts an Müll.

Gegenwärtig fallen bei uns jährlich etwa 30 Millionen Tonnen Hausmüll, hausmüllähnlicher Gewerbemüll und Sperrmüll an, Das sind pro Kopf rund 460 Kilogramm. Hinzu kommen cirka 198 Millionen Tonnen Müll aus dem produzierenden Gewerbe. Davon sind rund 125 Millionen Tonnen Bodenaushub und Bauschutt und etwa 5 Millionen Tonnen industrielle Sonderabfälle. In kommunalen Kläranlagen entstehen schließlich noch rund 50 Millionen Kubikmeter Klärschlamm.

Der Müllberg wird immer größer. Neue Deponiestandorte stehen so gut wie nicht zur Verfügung. Wohin also mit dem Müll? Die beste Lösung ist sicher: Müll vermeiden, oder sortieren und wieder verwerten. Doch was wird mit dem Rest?

Bislang gab es vier Entsorgungsverfahren: Wiederverwerten, Kompostieren, Deponieren oder verbrennen. Zwei Drittel des Hausmülls, hausmüllähnlichen Gewerbemülls und Sperrmülls landen auf der Deponie. Ein knappes Drittel wird verbrannt und nur 3 Prozent werden kompostiert oder weiterverarbeitet.

Müllberg auf Talfahrt

Das vom Bereich KWU-Umwelttechnik entwickelte Schwel-Brenn-Verfahren ist in der Lage, die Siedlungsabfälle, also auch den problematischen Klärschlamm, fast vollständig zu verwerten. Dabei entstehen Strom und Fernwärme. Zurück bleiben drei Reststoffarten: Metalle in hygienisierter Form, Glas und Steine, die etwa beim Bau von Lärmschutzwällen zum Einsatz kommen können, sowie hochwertiges Schmelzgranulat, das im Tiefbau und in der Baustoffindustrie umweltneutral verwendet werden kann. Das Verfahren ist eine Kombination aus Verschwelung und Hochtemperaturverbrennung, verbunden mit einer modernen Rauchgasreinigung,

Verwertung ist die beste Entsorgung

So wie ein Köhler Buchenholz in einem Meiler unter Luftabschluß zu Holzkohle verschwelt, wird Müll in einer Schwel-Brenn-Anlage zunächst bei 450°C ohne Sauerstoff eine Stunde lang in einer indirekt beheizten, sich langsam drehenden Trommel entgast. Dabei entstehen die beiden Fraktionen Schwelgas und Schwelreststoff. Metalle, Glas und Steine können mechanisch aussortiert werden. Das Schwelgas und der stark kohlenstoffhaltige, staubförmige Reststoff werden anschließend bei 1300°C verbrannt. Diese Temperatur bietet die Gewähr, daß die Schlacke schmelzflüssig wird und zu einem umweltneutralen Schmelzgranulat erstarren kann. Dadurch sind die Schadstoffe gebunden und können nicht mehr entweichen. Außerdem werden bei diesen hohen Temperaturen organische Schadstoffe zerstört. Kessel- und Filterstäube werden in die Hochtemperaturverbrennung zurückgeführt und müssen so nicht gesondert abgelagert werden. Die Emissionen der Anlage nach der Rauchgasreinigung liegen deutlich unter den Gesetzlichen Grenzwerten.

Der bei der Hochtemperaturverbrennung gleichzeitig produzierte Dampf kann Turbinen zur Stromerzeugung antreiben oder Fernwärme für Wohngebiete und öffentliche Gebäude oder Prozeßwärme für Industrieanlagen liefern. Mit Hilfe hochmoderner Technik kann so der Energie- und Reststoffgehalt bis an die Grenzen des Möglichen ausgenutzt werden.



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