1. Einleitung
Bewegung kann auf verschiedene Art und Weise erzeugt werden. Historisch kann man folgende Entwicklung feststellen:
Was früher mit einem Hauptantrieb und entsprechenden Transmissionen realisiert wurde, ist heute aus Gründen derWirtschaftlichkeit, der Geräusche, der Bauformen, der Unfallverhütung usw. längst nicht mehr denkbar. Anstelle des einen Hauptantriebs werden heute mehrere Einzelantriebe direkt an den Stellen eingesetzt, wo etwas bewegt werden muß.
Zunächst ist zu überlegen, ob diese Bewegung pneumatisch, hydraulisch oder elektrisch erzeugt werden soll. In den meisten Fällen bietet der elektrische Getriebemotor die wirtschaftlichste Lösung, da er bei geringen Abmessungen preiswert und mit geringer Wartung zu betreiben ist.
SEW-EURODRIVE führt im Getriebemotorenprogramm sowohl den Drehstrom-Kurzschlußläufermotor mit einer oder mehreren Drehzahlen als auch den Gleichstrommotor mit Nebenschlußoder Reihenschlußwicklung in Verbindung mit einer Vielfalt von Getrieben. Diese Getriebemotoren sind die gebräuchlichsten Antriebe im Maschinenbau. Alle anderen elektrischen Antriebe sind ganz speziellen Anwendungen vorbehalten, für die sich 0ff auch wieder Kurzschlußläufer- und Gleichstromgetriebemotoren eignen. Bei der Vielzahl von möglichen Antriebslösungen müssen bestimmte Auswahlkriterien definiert werden:
- Leistung
- Drehzahl (eine, mehrere oder stufenlose Veränderung)
- Regelung
- Betriebsbedingungen
- Wartung
- Wirtschaftlichkeit
Zu Leistung und Drehzahl:
Sind im häufigst vorkommenden Leistungsbereich bis ca. 20 kVA eine, zwei oder drei Drehzahlstufen erforderlich, so kann ein normaler oder polumschaltbarer Kurzschlußläufer-Getnebemotor eingesetzt werden. Werden jedoch mehr als drei Drehzahlstufen oder sehr große Drehzahlsprünge, wie 1:100, gefordert, wird man einen Gleichstromgetriebemotor einsetzen. Bei kleineren Drehzahlverstellungen bis etwa 1:20 kommen auch frequenzgeregelte Kurzschlußläufergetriebemotoren zum Einsatz, für Stellbereiche bis 1:10 besteht die Möglichkeit, mechanische Verstellantriebe einzusetzen.
Zur Regelung:
Sollen die Antriebe in einen Regelkreis einbezogen werden, so können entweder frequenzgeregelte Drehstromantriebe oder Gleichstromantriebe vorgesehen werden. Die frequenzgeregelten Drehstrom- und die Gleichstromantriebe besitzen den besonderen Vorteil, durch ihre Steuerung verschiedene zusätzliche Eigenschaften zu erhalten, wie z.B. lastunabhängigen Anlauf, Getriebeschonung durch Verschlift von Anfahr- und Bremsmomenten, Hochlauf nach vorgegebener Hochlaufzeit, Überlastschutz durch Momenten- und Strombegrenzung, Mehrquadrantenbetrieb usw.
Zu Betriebsbedingungen:
Drehstrom-Kurzschlußläufer-Getriebemotoren sind selbst unter schwierigsten Randbedingungen durch ihren einfachen Aufbau und hohe Schutzarten sichere und auf Dauer zuverlässige Antriebe. Bei regelmäßiger Wartung ist der Gleichstromgetriebemotor dank hoher Schutzart und langer Bürstenstandzeit für viele Anwendungen mit stufenloser Drehzahl der ideale Antrieb.
Zur Wartung:
Ein geschlossener Drehstrom-Kurzschlußläufer-Getrlebemotor kann beinahe ohne jeden Wartungsaufwand über Jahre einwandfrei arbeiten. Gleichstromgetriebemotoren bedürfen dagegen einer regelmäßigen Wartung des Kommutators und der Kohlebürsten in verhältnismäßig langen Intervallen. Insgesamt empfiehlt sich, die angegebenen Wartungsintervalle der Lager bei beiden Motortypen einzuhalten, was für die verantwortungsbewußte Betriebserhaltung selbstverständlich ist. Verschleiß- und Ersatzteile für SEW-Motoren sind in allen wichtigen Industrieländern weltweit lagermäßig.
Zur Wirtschaftlichkeit:
Die wirtschaftlichste Lösung - kleine Abmessungen, günstige Preise, guter Wirkungsgrad und hohe Zuverlässigkeit - wird immer der Drehstrom-Kurzschlußläufer-Getriebemotor mit einer festen Drehzahl sein. Auch zusätzliche Eigenschaften wie mechanisches Bremsen, Überlastschutz, Sanftanlauf oder Fahren in verschiedenen Drehzahlen, lassen sich noch mit verhältnismäßig geringem Mehraufwand realisieren. Die höheren Anschaffungskosten der Gleichstrom- oder frequenzgesteuerten Drehstromantriebe sind durch deren erhöhten komfort bis hin zur vollautomatischen Regelbarkeit gerechifertigt. Auch diese Antriebe stellen für Anwender und Betreiber ausgesprochen wirtschaftliche Lösungen dar.
Wie projektiert man den Antrieb?
Zunächst werden die Lastdaten, wie Massen, Geschwindigkeit, Kräfte, Schalthäufigkeiten, Betriebszeiten, Geometrie der Räder und Wellen zusammengetragen. Mit diesen Daten wird der Leistungsbedarf unter Berücksichtigung der Wirkungsgrade errechnet und die Abtrlebsdrehzahl bestimmt.
VOCABULARY
Hauptantrieb main drive
Wirtschaftlichkeit economy
Bau form design
Unfallverhütung accident prevention
Einzel antrieb individual drive
elektrischer Getriebemotor electric geared motor
Abmessungen dimensions
Wartung main tenance
Drehstrom-Kurzschlußläuferm three-phase squirrel -ca ge motor
otor
Drehzahl speed
Gleichstrommotor DC ( = direct current) motor
Wechselstrom AC ( = alternating current)
Nebenschlußmotor shunt motor
Reihenschlußmotor series motor
Wicklung winding
Getriebe geared unit
Antrieb drive/propulsion
Maschinenbau mechani cal engineering
Leistung here: power
Regelung Regulation
Betriebsbedingungen operating con di tions
Leistungsbereich power ran ge
Drehzahlstufen speed sta ges
polumschaltbar pole changeable
Drehzahlsprung speed jump
Drehzahlverstellung speed shift (adjustment)
freguenzgeregelt frequency-regulated
Verstellantrieb adjustable drive
Regelkreis automatic control system (BE)
automatic control loop (AE)
Steuerung con trol
lastunabhängig load-independent
Anlauf start-up
Getriebeschonung gear unit protection
Verschliff smoothing
An fahr-und Bremsmoment start-up and braking torque
Hochlauf run-up
Überlastschutz overload protection
Mehrquadrantenbetrieb multi-guadrant operation
Randbedingungen ambient conditions
Aufbau construction
Schutzart type of protection
Bürstenstandzeit brush service life (lifetime)
stufenlose Drehzahl continuous speed adjustment
Kommutator commutator
Kohlebürste carbon brush
Lager bearing
Verschleißteil wearing part
Ersatzteil spare part
feste Drehzahl fixed speed
Sanftanlauf smooth start-up
Anschaffungskosten initial costs/acquisition costs
Regelbarkeit adjustabili ty/regulabi/4ty
Anwender user
Be treiber operator
Lastdaten bad data
Kräfte forces
Schal thäufigkei ten swi tching frequencies
Rad und Welle wheel Ishaft
Leistungsbedarf power requirement
Abtriebsdrehzahl output speed
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